Dem Maßnahmenpaket zur Verkehrssicherheit und -beruhigung im Wohngebiet Harmsdorf-ORF-Viertel, ist im Ergebnis zu entnehmen, dass die Scheigergasse für den Kfz-Durchzugsverkehr zwischen Brucknerstraße und Petrifelderstraße gesperrt werden soll. Damit wäre der Durchzugsverkehr zwischen Brucknerstraße und Petrifelderstraße von der Petersgasse/St.Peter-Hauptstraße bis zum Neufeldweg auf etwa 1km Länge zur Gänze gesperrt.
Ich wende mich gegen dieses Vorhaben. Die faktische Sperre der Scheigergasse könnte als Freunderlwirtschaft zu Gunsten einer wenig belasteten, gering besiedelten Straße und zum Nachteil der dicht besiedelten, verkehrsmäßig stark belasteten Randstraßen ausgelegt werden.
Der Straßenzug Petersgasse/St.Peter-Hauptstraße ist sehr staugeplagt, die Petrifelderstraße, wenigstens im östlichen Abschnitt, auch, zu dem siedeln an ihr zwei Kindergärten. Die Brucknerstraße ist dicht besiedelt, im Osten auch staubelastet, zu dem eine Schulstraße und ungesicherte Querungstelle zum Kindergarten Brucknerstraße (Ernst-Haeckl-Straße), der Neufeldweg ist auch stark besiedelt. Diese Straßen wurden bereits durch die Sperre der Marburgerstraße, für den Autoverkehr, in Mitleidenschaft gezogen, ohne dass irgendwelche Schutzmaßnahmen für FußgängerInnen getroffen wurden (z.B. Schutzweg St.Peter-Hauptstraße bei der Post, Sicherung des Übergangs Brucknerstraße/Ernst-Haeckl-Straße als Zugang zum Kindergarten mit dem Einzugsbereich Purgleitnerstraße, Kochstraße, etc.)
Dazu wäre bei dieser Gelegenheit noch anzumerken: Die Widmung der Marburgerstraße für den Radverkehr ist natürlich unbestritten ein großer Vorteil für die RadfahrerInnen. Doch ist zu Bedenken, dass insbesondere körperlich Behinderte aufs Auto angewiesen sind und bei schlechten Witterungsbedingungen und für größere Transporte (z.B.: Wocheneinkauf) das Rad weniger als Transportmittel geeignet ist.
Durch die Autosperre der Marburgerstraße ist insbesondere eine ruhige, gering verkehrsbelastete Zufahrt zum Spar-Supermarkt in der Petrifelderstraße für einen Großteil der nördlichen Hälfte des Planungsgebietes weggefallen und die Menschen sind zu den Supermärkten in der Plüddemanngasse, über verkehrsreiche, häufig staugeplagte Straßen verdrängt.
Ich glaube nicht, dass man Verkehrsprobleme dadurch sinnvoll löst, dass man die Autos von wenig belasteten Straßen in stark belastete verschiebt. Eine echte Verkehrsberuhigung, glaube ich, wäre nur möglich, wenn man sich entschlösse, dass derzeit nur für den ruhenden Verkehr eingeführte Roadpricing auf den fließenden Verkehr auszudehnen.
Erwin Lauppert, 26.01.2026